• Frage: Woran unterscheiden sich Zellen von älteren Menschen und Zellen von jüngeren Menschen optisch voneinander?

    Frage gestellt RosaF am 16 Feb 2022.
    • Foto: Roman Stilling

      Roman Stilling Beantwortet am 16 Feb 2022:


      Vorab: Die einzige menschliche Zelle, die man mit bloßem Auge sehen kann ist die Eizelle – also muss „optisch“ bedeuten: „unter dem Mikroskop“.
      Mit einem „normalen“ (Durchlicht)Mikroskop (wie man es vielleicht aus der Schule kennt) wird man kaum einen Unterschied erkennen. Allerdings: Vor allem Zellen, die viel Energie benötigen, wie zum Beispiel die Nervenzellen im Gehrin, und die Zellen, die kaputte Zellen und Erreger beseitigen (die Fresszellen) unterscheiden sich mit zunehmendem Alter deutlich von jüngeren Zellen. Das liegt daran, dass mancher „Zellmüll“ von den Zellen nicht verdaut werden kann. Der bekannteste unverdaubare Zellmüll ist das Lipofuscin . Diese fettigen Proteinklümpchen heißen u.a. deswegen so, weil sie unter UV-Beleuchtung leuchten – mit einem entsprechenden Mikroskop kann man diese Ablagerungen in alten Zellen gut sichtbar machen.
      Anekdote: Am Anfang meiner Dr.-Arbeit kannte ich diese Ablagerungen gar nicht, und wusste auch nicht, dass sie in einem alten Gehirn zu Veränderungen unter dem Mikroskop führen können. Einmal hatte ich jedoch aufgrund eines Fehlers bemerkt, dass ich Zellen leuchten sah, obwohl sie im Mikroskop dunkel sein sollten! Ich suchte in der Fachliteratur nach diesem „Autofluoreszenz“-Phänomen und wurde fündig – so habe ich Lipofuscin kennengelernt. Ich halte diese Alterserscheinung für extrem wichtig für die Alternsforschung und vermute auch einen Zusammenhang zu Krankheiten wie Demenz oder Parkinson, denn wie gesagt kann dieser fettige Protein-Müll von den Zellen nicht beseitigt werden und wird immer mehr! Das verstopft die Fresszellen, genau wie es auch bei anderen Krankheiten mit Proteinverklumpungen (Alzheimer, Parkinson, etc.) der Fall ist.

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